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Neben den gegossenen
Glocken, deren Herstellungsorte noch nicht restlos bekannt sind,
trugen die Schafe in Thüringen und im Harz abgestimmte,
einheimische Schellen, die in verschiedenen Größen
in Schellenschmieden aus Eisenblech gefertigt wurden.
Im allgemeinen Sprachgebrauch wird oft nicht zwischen den Blechschellen
und den gegossenen Glocken unterschieden. Im Harz spricht man
nur von Glocken und in Thüringen gibt es beide Ausdrücke
für die Schellen.
Konrad Hörmann
befasste sich intensiv und erfolgreich mit dem Thema Herdengeläute
und kam zu dem Schluss, dass gerade in Thüringen
und im Harz eine besondere Form der Schelle entstand und verbreitet
war, der sogenannte "Thüringen-Harzer Schellentyp".
Es sind Schmalschellen (hochständig) mit gesatteltem Rücken.
Sie sind entschieden höher als breit und können in
der Vorderansicht (Breitseite) am unteren Rand schmaler oder
breiter sein oder auch die gleiche Breite besitzen. Bei den Schellen
sind die Namen Biller, Lammschelle, Beischlag, Auwschelle, Halbstumpf,
Mengel, Mittelstumpf, Bass und Generalbass je nach
ihrer Größe bekannt. Werbematerial der Glockenschmiede
August Venter aus Kleinschmalkalden aus der Zeit nach dem I.
Weltkrieg gibt Auskunft darüber, dass sich dort
die Längenmaße (Größe) von 7-13 bzw. 14
cm bewährt hatten und als abgestimmte Geläute
von 4 bis 36 Stück angeboten wurden. |
Neben der letzten
Schellenschmiede des Harzes in Suderode (bis 1945) und in Ohrdruf,
wird immer wieder der Schmalkaldener Raum als Herstellungsgebiet
von Schellen genannt. Auch ein Musterkatalog vom Ende des 19.
Jahrhunderts weist dieses Gebiet, ohne eine einzelne Produktionsstätte
zu nennen, dafür aus.
Das ehemals zweigeteilte Kleinschmalkalden -von 1946 bis 1990
Pappenheim genannt- zeichnet sich als Zentrum der Schellenproduktion
ab. Die Gebrüder David und Christoph Fuchs stellten ab Ende
der 60er Jahre des 19. Jahrhunderts Schellen her, wie auch Michael
Venter und Sohn sowie Friedrich Möller und die Nachfolger
Rudolf Weber und später die Firma Schüßler. Bis
auf die Firma Venter-Glocken stelllten diese Firmen in den 40er
Jahren ihre Produktion ein. |